WARUM tun wir das?
Soziale Herausforderung
Fachliche Hintergründe zum Konzept
Gesellschaftliches Kernproblem, welches wir in unserem Angebot lösen möchten
Unserer Beobachtung nach weisen Kinder und Jugendliche Defizite im Bereich persönlicher und sozialer Stabilisierung auf. Gegenwärtig erlebten Gefühlen von Verunsicherung, Ängsten, Vereinsamung, mangelndes Selbstbewusstsein und nicht zuletzt Defizite im Gruppe erleben und Gemeinschaft spüren wollen wir gezielt entgegenwirken. Unser hier entwickelter Zugang setzt sich aus der Schnittstelle eines sowohl ansprechenden wie selbstgesteuerten spiel-, kunst- und werkpädagogischen Angebotes zusammen und bietet durch seinen hohen spielerischen Aufforderungscharakter Mitwirkungsgarantie und dadurch Selbstwirksamkeitserfahrungen eines jeden Kindes.
WAS wollen wir tun? – Schilderung unserer Aktivitäten und Methoden
Die Zauberschmiede ist eine spielpädagogische, mobile Schmiede für Kinder. Ziel ist es Kinder auf spielerische Weise zu ertüchtigen eine eigene metallische Einzelskulptur zu kreieren und diese gegebenenfalls zu einer gemeinsamen Sozialplastik mit den Skulpturen der anderen zu verbinden. Aus Material wie Eisen, Holz, Glas, Stein, Bestecken, Küchenwerkzeugen, oder Blechen entsteht ein Kunstwerk. Doch diese Werkstoffe lassen sich nicht leicht dem Gestaltungswillen der jungen Künstler unterwerfen. Verschiedene Hilfsmittel wie eine Schmiede, Amboss, Hämmer und Veredelungsmaterialien dienen dazu dem vorher entworfenen Phantasiestück mit eigenen Händen und aus eigener Kraft Figur zu verleihen.
Beim Schmieden springt der Funke über. Die Teilnehmenden machen die Erfahrung, dass ihr Wille, Kraft und Einsatzbereitschaft selbst härtestes Material formen können. Jetzt und hier muss agiert werden, das Eisen glüht. Jeder kann frei entscheiden was er oder sie erarbeiten will. In diesem magischen Fertigungsprozess arbeitet der junge Künstler spielerisch seine Werte, Wünsche, Phantasie, Ängste, Ziele und Erinnerungen wie von Zauberhand ein. Wenn das Metall glüht zählt nur noch Zielorientierung, Verbindlichkeit und Rücksichtnahme – das Eisen muss man schmieden, solange es heiß ist. Das Gute dabei ist, dass die Kinder in dieser Unmittelbarkeit erfahren, dass sie buchstäblich ein Eisen im Feuer haben und solange den Gestaltungsprozess immer wieder korrigieren können. Diese Erfahrung wirkt der selbst empfundenen Hilf- und Machtlosigkeit und dem Gefühl des Ausgeliefertseins entgegen. Die Präsentation der entstandenen Werke vermittelt unmittelbare gesellschaftliche Anerkennung.
Die Ausrüstung der mobilen Schmiedewerkstatt auf vier Rädern wird schnell an beliebigen Orten aufgebaut. Der Zauberschmied achtet auf jedes einzelne Kind und seine Fähigkeiten. „Scheitern“ oder „Fehler“ gehören zum Prozess: Wie bereits erwähnt, ist Metall ein Material, das nicht
ganz leicht zu bearbeiten ist. Daher gelingt selten ein Projekt genauso, wie es ursprünglich geplant war. Allerdings sehen wir diese „Fehler“ als etwas Neues, Überraschendes, als Anlass zur Reflexion und Chance für den Gelingensprozeß an. Der stets erreichbare Zauberschmied verzaubert selbst Frust zu Kompetenz und Stärke, um Veränderungen und neue Ideen am bereits laufenden Werk in den Prozess mit einzubeziehen. So lernen die jungen Menschen schnell wie der handwerkliche Umgang und die Gefahren des speziellen künstlerischen Schaffens sicher und verletzungsfrei zu einem magischen Produkt eigener Kräfte wird. Die ganze Phantasie hat am Ende durch eigenes Schaffen Gestalt angenommen.